Unfallbericht Muster verkehrsunfall adac

In den USA finden sich auch in den USA eingehende Datensammlungen für eine erweiterte Unfallanalyse, obwohl sie im Gegensatz zu GIDAS keine zuverlässige Unfallrekonstruktion bieten. Beispielsweise ist es nicht möglich, Notbremsfunktionen zu beurteilen [11]. Die Unfallrisiken in den USA unterscheiden sich z.B. durch die längeren zurückgelegten Strecken. Der Rückgang der Zahl der Verkehrstoten in den USA seit 1970 ist mit rund 16 % geringer als in Deutschland mit rund 60 % [4, 9]. Beim Vergleich verschiedener Unfalldatenanalysen ist sowohl die Art und Weise, wie Daten erhoben werden, als auch die Art und Weise ihrer Verarbeitung zu unterscheiden. Häufig werden Handlungsfelder, die unter optimalen Bedingungen angenommen werden, mit Effizienzbereichen unter realen Bedingungen verwechselt. Die 1995 eingeführte elektronische Stabilitätskontrolle (ESC) ist technisch auf Antiblockierbremsen (ABS) aufgebaut, die 1978 eingeführt wurden. Es verwendet die Radgeschwindigkeitssensoren dieses Systems zusammen mit zusätzlichen Sensoren für Gähnrate, Lenkradwinkel und Querbeschleunigung. Anhand der Informationen dieser Sensoren versucht ESC, das Fahrzeug im Falle eines erkannten Kufens durch unabhängiges Bremsen einzelner Räder zu stabilisieren. Mit diesem Bremseingriff kann ESC einen seitlichen Zusammenstoß in einen weniger anfälligen Frontalcrash umwandeln.

Im Jahr 2001 ging die Daimler-Unfallforschung davon aus, dass 21 % der Kufenunfälle zu Verletzungen und 43 % zu Todesfällen führten [21]. Die Ergebnisse von Unfallforschern, die Einzelfälle im Auftrag von Fahrzeugherstellern untersuchten, gingen damals stark auseinander. Spätere Vorhersagen potenzieller Vorteile, die auf größeren Datenmengen basieren, unterscheiden sich ebenfalls. So zeigen die Aktionsbereiche ab dem Jahr 2000 positive Auswirkungen von bis zu 67 % bei schweren Unfällen aufgrund von Schleudern [22]. Andere Studien ergaben, dass der WSA nach der Einführung von Sicherheitsgurten als passives Sicherheitssystem die zweitwirksamste Erhöhung der Sicherheit in der Kategorie “nur Fahrer” bietet [2]. So ging der Anteil der Unfälle, die durch Fahrerfehler und Schleudern verursacht wurden, nach der Einführung des ESC als Standard in allen Mercedes-Benz-Fahrzeugen von etwa 2,8 beteiligten Fahrzeugen (je 1000 in Deutschland) im Jahr 1998/1999 auf 2,21 im Jahr 2000/2001 zurück.

Share